Mutter spricht mit Lehrerin
Elternarbeit
Veröffentlichung: 19.11.2020

Eltern-Lehrer Kommunikation(sprobleme)

Eltern-Lehrer-Kommunikation kann knifflig sein – Missverständnisse, Schuldzuweisungen und unterschiedliche Erwartungen sorgen oft für Konflikte. In ihrem Beitrag beleuchtet Sandy, warum Transparenz, offene Gespräche und gegenseitiges Vertrauen der Schlüssel zu einer besseren Zusammenarbeit sind – und wie Eltern und Lehrkräfte Missverständnisse vermeiden können.
Sandy
Sandy
Gastautorin
JackF – stock.adobe.com 

Die Kommunikation an sich ist schon eine trickreiche Geschichte. Wenn es aber um die Kommunikation zwischen zwei ganz unterschiedlichen Parteien geht, wird es erst so richtig interessant.

Damals haben wir Eltern uns noch brav zurückgehalten und jetzt? Da preschen wir vor wie kleine Pinscher und beißen uns an den Missverständnissen und Anschuldigungen fest, die uns die „bösen“ Lehrerinnen und Lehrer alle so an den Kopf werfen. Also, wenn sie denn überhaupt mit uns kommunizieren!

Kommunikationsprobleme

Schön zu sehen waren die Kommunikationsprobleme in der Homeschoolingzeit. Während sich die einen Eltern über die fehlenden Infos der Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer via E-Mail echauffierten, beklagten die anderen, dass besagte Infomail an einem Sonntag um 20:15 Uhr zur Tatortzeit kam.

Was hat sich also geändert?

Kurz gesagt: Alles.

Schüler schaut Lernvideo auf einem Laptop
Die Homeschoolingzeit stellte die Beziehungen zwischen Eltern und Lehrkräften mancherorts auf eine harte Probe. shangarey – stock.adobe.com

Wo ist das blinde Vertrauen hin, das wir Eltern damals in die Lehrerinnen und Lehrer hatten? Ja gut okay, man soll nicht einfach alles so hinnehmen. Aber mal ehrlich: Was ist heute mit der Elternschaft los? Wissen wir wirklich immer alles besser? Kennen wir unsere Kinder wirklich so gut, wie wir meinen? Oder lassen wir uns doch auch etwas beeinflussen, ja sogar manipulieren, von unserer eigenen Brut?

Konflikte und Missverständnisse

Ich würde jetzt natürlich behaupten, dass ich absolut objektiv bin und nach jedem Konflikt oder Missverständnis versuche, erst mal das bisschen Subjektivität herauszulöschen und genauer zu hinterfragen. Hat vielleicht doch mein eigenes Kind mit dem Streit angefangen? Stimmt es vielleicht wirklich, dass mein eigenes Kind gar nicht so schüchtern ist, wie es sich zu Hause gibt? Schlimmer noch: Hat der Lehrer/die Lehrerin womöglich RECHT mit seiner Anschuldigung???

Stopp.

Ein ganz großes Problem zurzeit ist doch vielmehr unsere Angst, zu versagen. Dass wir als Eltern versagen und/oder dass unsere Kinder versagen. Sofort fühlen wir uns auf den Schlips getreten, wenn etwas nicht so läuft wie gedacht. Statt dabei bei uns selbst zu suchen, poltern wir doch erst mal drauf los und reichen die Kelle der Schuld an jemanden weiter wie, wie… die Lehrerin oder den Lehrer zum Beispiel. Ja doch, das darf ich jetzt mal so behaupten, denn ich mache es nicht wirklich anders. Ich glaube zwar immer, dass ich die Objektivität in Person bin, aber letztendlich geht es hier um mein Kind! Das perfekteste Geschöpf der Welt! Das würde niemals den Lukas hauen, den Unterricht stören, oder die Hausaufgaben vergessen! Niemals!! Oh, upsi, wie dritter Hausaufgabenstrich?

Was würde dieses Kommunikationsproblem denn verbessern, oder gar beseitigen? 

Ich habe mit diversen Lehrerinnen, Lehrern und Eltern darüber gesprochen und eins ist ganz klar: Beide Seiten wünschen sich eine transparente, offene und objektive Kommunikation.

Lehrerin im Gespräch mit Eltern
Eigentlich wollen Eltern und Lehrkräfte dasselbe: eine transparente, offene und objektive Kommunikation. © contrastwerkstatt / Fotolia.com

Für uns Eltern ist unser Kind jeweils so im Fokus, dass wir oftmals vergessen, dass es in so einem Klassenraum ja noch mehr Kinder gibt. Wir sind so misstrauisch geworden und lassen uns von unserer Angst vor dem Versagen leiten, statt einfach mal den Lehrern ihren Freiraum zu geben und Vertrauen in das veraltete Schulsystem zu haben. Oh wait. Na gut, das wäre auch noch so ein Thema, aber mehr dazu vielleicht ein anderes Mal.

Rückmeldungen

Natürlich wäre es schön, eine wöchentliche Rückmeldung zum Leistungsstand des Kindes zu bekommen, um eventuelle Probleme zeitnah bewältigen zu können, aber hey, bekommen wir im Arbeitsalltag auch so oft Feedback von unseren Vorgesetzten? Oder müssen wir uns da etwa auch in Geduld üben und lernen zu vertrauen? 

Fakt ist, je konkreter ich eine Situation selbst anspreche, desto schneller können Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Wie und wann man so etwas anspricht, klärt man als Eltern am besten zu Beginn einer Schulzeit, oder bei einem Lehrerwechsel. Ebenso wäre es schön, wenn auch hier seitens der Lehrerinnen und Lehrer immer klar gesagt wird, wie und wann sie zu erreichen sind. Klare Angaben lassen wenig Spielraum für Spekulationen!

Statt also bei der nächsten Mail zur Prime Time genervt zu sein, lasst uns dankbar sein, dass eben dieser Lehrer sich sogar am Wochenende dafür Zeit nimmt! Andersrum sind wir hier auch nicht bei WhatsApp und der Sender wartet auf die blauen Häkchen. Wann also diese besagte Mail gelesen wird, darf jeder ganz alleine entscheiden :-)

In diesem Sinne, viel Spaß beim Lesen (wann auch immer) und auf eine gute Kommunikation!

Eure Sandy

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Sandy
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Ich bin Sandy und wohne mit meinen beiden Kindern (*2010 und *2012) in Hamburg.
Neben dem Mamasein bin ich auch noch gelernte MFA und blogge nebenbei humorvoll ehrlich über den Alltagswahnsinn mit zwei Schulkindern auf Quirlimum.de.

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