Was eignet sich als Escape Room-Rätsel?
Da Escape Rooms immer auch eine Geschichte erzählen, brauchen Sie als erstes eine Rahmenhandlung. In dieser Geschichte erfahren Ihre Schüler, welche Aufgabe sie lösen müssen und warum das innerhalb einer bestimmten Zeit geschehen muss.
Dann geht es ans Rätsel entwerfen. Die Rätsel können auf Papier, der Tafel oder Folien gedruckt bzw. geschrieben werden. Stattdessen oder ergänzend ist die Einbindung digitaler Möglichkeiten eine gute Idee. Auch der Einsatz von Stiften mit Aufnahme- und Sprachfunktion, wie der Tellimero von Betzold, kann das Escape Game noch spannender und vielfältiger gestalten.
- Um Codes für die Schlösser zu generieren, eignen sich z.B. auch Logik-Rätsel, sogenannte Logicals, perfekt. Als Lösung kann eine für einen Schlosscode gesuchte Zahl oder ein Buchstabe gefunden werden oder gleich eine ganze Reihe von Zahlen bzw. Buchstaben.
- Auch Kreuzworträtsel sind denkbar. Mit einem der zahlreichen Kreuzworträtselgeneratoren im Internet sind sie auch gar nicht so kompliziert zu erstellen. Das Lösungswort ergibt den gesuchten Code.
- Suchsel sind ebenso schnell mithilfe eines Generators erstellt. Hier können die Schnittstellen zweier gesuchter Wörter zur Entschlüsselung des Codes beitragen.
- Haben ihre Schüler die Möglichkeit Tablets oder Smartphones zu nutzen, können Sie sie durch einen QR-Code auf ein vorher erstelltes Rätsel auf einer Plattform wie Learning Snacks lenken. Hier müssen die Kinder im Rahmen eines Quiz mit Multiple Choice-Antworten, die korrekten Lösungen auf Ihre Fragen finden.
- Oder Sie erstellen ein paar Wahr/Falsch-Fragen zu Ihrem Thema, aus denen sich Lösungen wie WFFW (W für wahr, F für Falsch) ergeben können
Viele tolle Ideen für Rätsel finden sich in der Präsentation von Stefan Schwarz und Juliane Eisinger (Oberlinschule Potsdam), die anlässlich eines Workshops während des Deutschen Lehrerforums 2017 angefertigt wurde: „Breakout–Der Escape-Room für den Klassenraum. Rätselideen für Einsteiger und Fortgeschrittene“.
Nicht geeignet sind leider Aufgaben und Fragen, bei denen die Schüler frei antworten können.
Jessica Parker, Lehrerin in North Carolina, empfiehlt in ihrem Blog „Teach every day“ als zeit- und materialsparende Alternative zu Escape Games bei denen tatsächlich Schlösser geöffnet werden müssen, eine komplett digitale Variante, die sie mithilfe von Google Formulare erstellt hat. Die Rätsel-Formulare können mit einem Passwort geschützt werden, das die Schüler knacken müssen. Mehr dazu hier.
Besprechungsrunde zum Abschluss
Nach Ablauf der Zeit, wenn bestenfalls alle Kisten geöffnet wurden, ist es sinnvoll eine Besprechungsrunde anzuschließen. In dieser können die Gruppen ihre Lösungswege erläutern. Die abschließende Runde eignet sich auch gut, um sich darüber auszutauschen, wie die Arbeit in der Gruppe geklappt hat und was man vielleicht noch besser machen könnte, wenn sich das Klassenzimmer wieder in ein Escape Room verwandelt.
Literaturtipps:
- Anne Scheller: Escape-Rooms und Breakouts in der Schule einsetzen: Themenwahl, Erstellung und Ablauf mit praktischen Beispielen in der Sekundarstufe I (5. bis 10. Klasse), Persen, 2020.
- Stefan Schäfer: Escape Rooms für den Deutschunterricht 5-10, Auer Verlag, 2. Aufl. 2020.
- Stefan Schäfer: Escape Rooms für den Geschichtsunterricht 5-10, Auer Verlag, 2020.
- Verena Knoblauch: Escape Rooms für die Volksschule - Klasse 3/4: 8 fertige Breakouts zur Förderung von logischem Denken und Teamwork, Auer Verlag, 2. Aufl. 2020.
- Holly Elizabeth Johnson: Breaking Into Breakout Boxes: Escape Rooms in Education, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2017.