Schüler helfen beim recyclen
Saubere Schule
Aktualisiert: 26.08.2019

Nachhaltigkeit in den Schulalltag integrieren

Schulen sind die idealen Orte, um Kindern und Jugendlichen Nachhaltigkeit zu vermitteln. Dabei ist die Theorie im Fachunterricht ebenso wichtig wie die Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler durch nachhaltiges Handeln im Schulalltag. Je selbstverständlicher Nachhaltigkeit praktiziert wird, umso besser: Das ist an vielen Stellen möglich und meist gar nicht schwer umzusetzen.
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin
© WavebreakMediaMicro / Fotolia.com  

Der praktische Zugang direkt an dem Ort, an dem sich die Schüler einen großen Teil des Tages aufhalten – ihrer Schule – macht den sonst doch eher abstrakten Begriff der Nachhaltigkeit greifbar.

In die Lehr- und Bildungsplänen der Länder für Volksschulen und weiterführende Schulen wurde das Thema Nachhaltigkeit vielerorts bereits integriert. Darüber hinaus bietet sich Nachhaltigkeit in seinen vielfältigen Ausprägungen auch als Thema für Schulprojekte an – und für die Etablierung im ganz normalen Schulalltag.

Nachhaltiges Handeln in den Schualltag integrieren

Wollen Sie das Thema Nachhaltigkeit an Ihrer Schule vermitteln, ist es sinnvoll, dass die gesamte Schule mitzieht:

    • Einfachere Organisation: Mülltrennung, Müllvermeidung und Energiesparen kann natürlich auch im Klassenrahmen betrieben werden. Macht die ganze Schule mit, haben Regelungen und Abläufe jedoch allgemeine Gültigkeit, was die Organisation erleichtert.
    • Höhere Glaubwürdigkeit bei den Schülern: Wird in einem Klassenraum Müll getrennt und im nächsten nicht, ist der Sinn der Aktion für die Schüler nur schwer nachvollziehbar.
    • Größerer Effekt: Logisch – der Effekt ist umso größer, je mehr mitmachen :)
Tipp

Projektideen zum Thema "Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)

Coding for Tomorrow stellt Lehrerinnen und Lehrern Lerneinheiten zu BNE-Projekten zur Verfügung. Neben umfangreicheren Lerneinheiten finden Sie hier auch Anleitungen für kleinere Projekte: zu den BNE-Projekten

Reduzieren Sie Plastik im Klassenzimmer!

Plastik ist biologisch nicht abbaubar und nur schwer zu recyceln. Gründe, aus denen auch an Schulen der Einsatz von Materialien und Lehrmitteln aus Plastik häufiger hinterfragt und überdacht wird. Materialien wie Holz oder Filz sind Alternativen, die aber nicht immer geeignet sind. Plastik ist leicht zu reinigen, kostengünstig und hat ein eher geringes Gewicht. Inzwischen gibt es Kunststoffe, zu deren Herstellung anstelle von Erdöl, Mais, Zucker oder Holzabfälle verwendet werden. Oder wiederverwendete Kunststoffe, wie z.B. Produkte aus Meeresplastik. 

Hier stellen wir Ihnen zwei Beispiele für Produkte aus solchen alternativen Kunststoffen und nachhaltiger Herstellung vor:

treeNside-Material

Set mit treeNside-Materialschalen

Allen, die gerne auf herkömmliches Plastik verzichten möchten, empfehlen wir unsere treeNside-Produkte:

    • Sie werden in unserer eigenen Kunststoffproduktion am Firmenstandort in Ellwangen aus einem Biokunststoffgranulat aus Holzfaser hergestellt. Fossile Ressourcen werden dabei nicht verwendet.
    • Durch die Herstellung vor Ort fallen nur kurze Transportwege bei der Materialbeschaffung und Produktion an.
    • Die treeNside-Produkte sind sehr robust.

Nachhaltig produzierte Lehrertaschen

Nachhaltigkeit ist für immer mehr Lehrerinnen und Lehrer ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines Modells. Inzwischen vereinen viele Lehrertasche eine nachhaltige Produktion, Langlebigkeit, Funktionalität und eine ansprechende Optik. 

In unserem Online-Shop finden Sie moderne Lehrertaschen aus Meeresplastik, recyceltem und nachhaltig produziertem Material. Auch vegane Taschen haben wir im Programm.

Recycling

Müll ist in unserer Gesellschaft kaum zu vermeiden. Müll ist aber nicht gleich Müll: Recycelbare Wertstoffe können wiederverwendet werden!

Lapbook zum Thema Mülltrennung
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Die Themen Recycling und Mülltrennung in der Schule können z.B. auch als Lapbook aufbereitet werden, Quelle: Betzold

Tipp 1: Mülltrennung im Klassenzimmer

Soll Müll getrennt werden, ist die erste Frage natürlich: „Was wollen wir trennen?“.

    • Gerade in Schulen fällt in den Klassenräumen viel Papiermüll an. Hier lohnt sich also auf jeden Fall ein getrennter Müllbehälter.
    • Ähnliches gilt für Verpackungsmüll: Allein durch mitgebrachte Essens- und Getränkeverpackungen kommt einiges zusammen.
    • Sollte es bei Ihnen einen Kompost geben oder wenn Sie planen, nun einen anzulegen, kann darüber hinaus noch der Bio- vom Restmüll getrennt werden.

Sie benötigen – am besten in jedem Unterrichtszimmer – drei bis vier Müllbehälter. Damit die Unterscheidung für die Schüler einfach ist, eignen sich dabei am besten verschiedenfarbige Mülleimer.

Mit einem aufgeklebten Hinweis, was in die jeweilige Tonne darf (am besten mit Beispielbildern), kann nichts mehr schiefgehen.

Wenn Sie gleich mit dem Mülltrennen starten wollen, finden Sie im Betzold Online-Shop farbige Mülleimer. Mit Symbolen für die jeweiligen Verpackungen sehen die Schüler auf einen Blick, in welchem Eimer sie Restmüll, Verpackungen, Papier und Bioabfall entsorgt werden sollen:

Tipp 2: Recycling alter Druckerpatronen und Tonerkartuschen

Mit dem Sammelsystem „Der Sammeldrache“ der Firma Interseroh können Schulen leere Tintenpatronen und Tonerkartuschen gegen Lehrmittel eintauschen.

Schulen, die mitmachen möchten, erhalten eine Sammelbox, die mit dem Leergut gefüllt und kostenlos von Interseroh abgeholt wird.

Mehr Infos zum Sammeldrachen finden Sie im Blog-Beitrag „Recycling an der Schule mit dem Sammeldrachen“.

*Angebote gültig bis 21.06.2026. Nur solange der Vorrat reicht.

Müll vermeiden

Noch besser als das Recyceln ist die Vermeidung von Müll.

Hier können Sie mit Ihren Schülern auf freiwilliger Basis und mit Unterstützung der Eltern einiges einsparen :)

Tipp1: Wiederverwendbare Verpackungen von Lebensmitteln verwenden

Bienenwachstücher sind eine wiederverwendbare Möglichkeit, um Alu- oder Frischhaltefolie zu sparen. Wie Sie mit Bienenwachspastillen Bienenwachstücher leicht selbst herstellen können, erklärt mein Kollege Christoph auf dem YouTube-Kanal von Betzold:

Eine wiederverwendbare Box für das Essen und eine Trinkflasche aus bruchsicherem Material sind ideal für mitgebrachte Pausensnacks und Getränke. Vielleicht gibt es ja auch am Schulkiosk oder der Schulmensa Einsparpotential beim Verpackungsmüll?

Auswahl an Pausenbroten
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Im Blog-Beitrag zu unseren liebsten Pausenbroten finden Sie leckere Anregungen, was in die Box kommen könnte :) Quelle: Betzold

Nicht nur die Verpackung der Nahrungsmittel, sondern auch die Nahrungsmittel selbst werden viel zu häufig weggeworfen. Mit dem Mitmach-Projekt „Wirf mich nicht weg!“ für 3. und 4. Klassen lernen Schüler spielerisch Lebensmittel wertzuschätzen. Weitere Infos zu dem Projekt finden Sie hier: www.wirf-mich-nicht-weg.de

Tipp 2: Schulmaterial

Auch bei den Gegenständen, die bei Ihnen und Ihren Schülern täglich im Schulalltag zum Einsatz kommen, gibt es umweltfreundliche Varianten, wie z.B. unlackierte Buntstifte. Weitere Beispiele für nachhaltige Schulmaterialien bietet die Seite von C.A.R.M.E.N. e.V.

Tipp 3: Papiermüll vermeiden

Schonen Sie die Schulkopierer ;-) Beamer, interaktive Tafeln und der gute alte Tageslichtprojektor machen es möglich, dass Arbeitsblätter und Texte nicht zwingend kopiert werden müssen (und Sie verlieren keine Zeit im Kopierraum!).

Tipp

Weitere Tipps für mehr ökologische Nachhaltigkeit im Klassenzimmer finden Sie im Twinkl Education Blog.

Energie sparen

Tipp 1: Heizenergie sparen

Wird an kälteren Tagen in der Schule geheizt, kann durch richtiges Lüften Energie gespart werden.

Gekippte Fenster lassen konstant warme Luft entweichen und haben darüber hinaus lange nicht den Effekt für einen Luftaustausch wie ein kurzes Quer- oder Stoßlüften. Dabei kühlen Boden und Wände weit weniger aus und es wird weniger Energie benötigt, um den Raum wieder aufzuwärmen.

Wenn nicht gerade gelüftet wird, sollten die Türen zu den Klassenräumen geschlossen sein, da in den Fluren meist weniger geheizt wird. Üblicherweise wird während des Lüftens die Heizung gedrosselt – in der Schule ist das für die Schüler nicht immer möglich.

Damit das Lüften nicht vergessen wird, können Sie es zur festen Regel machen: Die Schüler sind dafür zuständig, dass täglich zu bestimmten Pausenzeiten alle Fenster für fünf Minuten geöffnet und danach wieder geschlossen werden.

Prüfen Sie mit Ihren Schülern auch die Temperaturen in den Unterrichtsräumen, dem Flur, den Toiletten, dem Pausenbereich und den Sport- und Werkräumen. Anhaltspunkte für passende Raumtemperaturen bietet eNu Umwelt.Wissen.

Tipp 2: Energie sparen auf dem Schulweg

Gerade bei Grundschülern – aber nicht nur dort – gibt es seit einigen Jahren die Tendenz, dass immer mehr Kinder einzeln von den Eltern zur Schule gefahren werden. Liegt die Schule auf dem Weg zur Arbeit oder der Schulweg ist weit und öffentliche Verkehrsmittel Mangelware, mag das sinnvoll sein.

In allen anderen Fällen sollte das „Elterntaxi“ besser in der Garage bleiben: Es hat nicht nur eine extrem schlechte Umweltbilanz – auch auf die Selbstständigkeit der Kinder und die Sicherheit aller Schüler rund um das Schulgelände wirkt es sich negativ aus.

Der „Zu Fuß zur Schule-Tag“
Der Umwelt zuliebe und auch um zu lernen, sich selbstbewusst und sicher im Straßenverkehr zu bewegen, ist es – soweit möglich – am besten, wenn Schüler zu Fuß zur Schule gehen oder mit dem Rad kommen. Viele Infos und Materialien finden Sie auf der Seite der Aktionstage „Zu Fuß zur Schule und zum Kindergarten“. Die Aktionstage finden jährlich Ende September bis Anfang Oktober statt.

Tipp 3: Strom sparen

Wer weniger Strom verbraucht, schont die Umwelt und spart gleichzeitig Geld :)

    • Licht aus:
      In den Pausen und an sonnigen Tagen müssen die Unterrichtsräume nicht künstlich beleuchtet werden. Gibt es in den Räumen verschiedene Schalter für wand- und fensterseitige Lampen?

      Dann kann durch eine partielle Beleuchtung ebenfalls Strom gespart werden. Binden Sie die Schüler z .B. durch einen „Lichtdienst“ im Rahmen der Klassendienste ein.
    • Was nicht gebraucht wird, wird ausgeschaltet:
      Das gilt sowohl für das Licht wie auch für elektrische Geräte. Dabei ist es wichtig, die Geräte nicht nur in einen Stand-by-Modus zu schalten, sondern sie tatsächlich auszuschalten.

      Kleine aufgeklebte Hinweise, die ans Ausschalten erinnern, helfen, die guten Vorsätze nicht schnell wieder zu vergessen.
      Um sichtbar zu machen, wie viel Strom Geräte in den unterschiedlichen Betriebszuständen verbrauchen, können Sie ein Strommessgerät zwischenschalteten.
      Geräte und Unterrichtsmaterialien können Sie auch ausleihen. Damit können Sie Ihre Schüler zu kleinen „Stromspardetektiven“ ausbilden :)
    • Umstieg auf stromsparende Geräte:
      Nach dem Aus für die Glühlampe sollten inzwischen alle ohne diese wenig energieeffiziente Lichtquelle auskommen. Doch auch Halogenlampen haben keine wirklich gute Bilanz. Am effizientesten sind Energiesparlampen und LED-Lampen.

      Auch für die in Schulen häufig verwendeten Leuchtstoffröhren gibt es inzwischen LED-Varianten. Die sind zwar teurer, halten aber weitaus länger – und zu flackern beginnen sie auch nicht.

      Wird ein Neukauf eines Kühlschranks, Trockners, einer Waschmaschine oder der Küchengeräte im Lehrerzimmer nötig, ist auch hier ein Blick auf die Energieeffizienz sinnvoll.

Will die gesamte Schule das Thema Nachhaltigkeit dauerhaft mittragen, gibt es verschiedene Projekte für die sich Ihre Schule registrieren bzw. bewerben kann. Die Programme bieten zahlreiche Ideen und Materialien für den Unterricht oder Schulprojekte:

Klimaschutz-Schule:

Wenn Sie Klimaschutz und Nachhaltigkeit im Rahmen von Projekten, im Unterricht und im Schulalltag verstärkt thematisieren möchten, können Sie sich mit Ihrer Schule für den Klimaschutzschulenatlas registrieren. Hier finden Sie viele Anregungen, Wettbewerbe und Materialien zur Vermittlung des Themas.

Umwelt-Schule:

Sie können sich mit Ihrer Schule für die Auszeichnung „Umweltschule in Europa – Internationale Agenda 21 Schule“ bewerben. Mehr Informationen dazu finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Umwelterziehung (DGU).

Fairtrade-Schule:

Der faire Handel mit Produkten aus den verschiedensten Teilen der Welt ist ein weiterer Aspekt des Themas Nachhaltigkeit. Die Kampagne Faitrade-Schools bietet Schulen die Möglichkeit, sich mit Erfüllung von fünf Kriterien als Fairtrade-Schule auszeichnen zu lassen.

KATE e.V.

Der Verein bietet für Schüler verschiedener Altersstufen das Projekt "Klimafrühstück" an. Das Bildungsangebot klärt zum Thema "Klimawandel" auf und zeigt Zusammenhänge und eigene Gestaltungsmöglichkeiten. 

Die Bildungsoffensive „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE)

Das Thema Nachhaltigkeit ist verstärkt durch die UN-Dekaden „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ 2005-2014 und 2015-2019 an Schulen herangetragen worden. 

Ziel der UN-Dekade war es, Menschen durch Bildung die Möglichkeit zu geben, mit Blick auch auf nachfolgende Generationen in den verschiedensten Teilen der Welt eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu denken und zu handeln. Dabei sollten besonders die komplexen Bereiche Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft in ihrer Abhängigkeit voneinander verstanden werden.

2020 startete das neue Programm „Education for Sustainable Development" (ESD), das bis 2030 laufen soll.

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Wer schreibt hier?

Bettina Kroker
Online-Redakteurin
Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: