Über Heiko Lingemann
Schon seit nahezu 20 Jahren ist Heiko Lingemann professioneller Clown und Bewegungskünstler. Sein Repertoire umfasst sowohl Programme für Erwachsene wie auch Kindertheateraufführungen. Mit seinen bereits mehrfach ausgezeichneten Shows tritt er auf Kleinkunstfestivals in verschiedenen Ländern Europas auf.
Wenn er gerade mal nicht als Clown unterwegs ist, motiviert er als Maskottchendarsteller Sportlerinnen und Sportler und sorgt bei den Zuschauern von Sportevents oder Fernsehveranstaltungen für gute Stimmung :)
Weitere Informationen zu Heiko Lingemann und dem Projekt „FehLERN“ erhalten Sie auf seiner Homepage clownkomik.ch.
Warum ist es aus deiner Sicht wichtig, dass Kinder lernen, auch mit Misserfolgen umzugehen?
Wir leben in einer Zeit der schnellen Bedürfniserfüllung. Um bestimmte Dinge zu lernen, brauchen wir aber Ausdauer und müssen uns durch unser Scheitern und unsere Unzulänglichkeiten kämpfen. Das Ganze noch verbunden mit verschiedenen Gefühlen.
Wenn ich die Kinder frage, wie es sich anfühlt, etwas nicht zu können, kommt zumeist die Antwort „BLÖD“. Misserfolge können wir auch als Challenge an uns sehen. Sie zeigen mir meine Schwächen auf, sodass ich daran wachsen kann.
Gab es einen speziellen Anlass, der dich dazu inspiriert hat, ein solches Projekt zu entwickeln?
Ich hielt einen Vortrag an meiner Abiturschule zum Thema „Wege zum Traumberuf“ und erzählte, wie ich zu meinem ungewöhnlichen Beruf kam. Auf der Rückfahrt merkte ich, dass ich nicht mehr damit zufrieden war, die Leute nur zum Lachen zu animieren. Ich wollte etwas Bleibendes, Sinnvolles schaffen. Es dauerte fast zwei Jahre, bis ich den passenden Rahmen und die Geschichte gefunden habe.
Ein positiver Umgang mit Misserfolgen wäre für Kinder sicher besonders für den schulischen Alltag wichtig. Führst du „FehLERN“ auch direkt an Schulen auf?
Ja, genau dafür habe ich es erstellt. Trotz Corona konnte ich es in der Schweiz vor mehr tausend Schülern sicher aufführen. Gerne trete ich auch außerhalb der Schweiz auf.
Wie läuft das Projekt ab?
Zumeist spiele ich meine 45-minütige Show in einer Turnhalle. Dort können dann bis zu 100 Kinder zuschauen. Im Anschluss gibt es optional im Klassenverband einen altersspezifischen Workshop zum Thema „FehLERN – dranbleiben, auch wenn es nicht so läuft“.
Den Lehrpersonen steht zudem, sowohl zur Nachbereitung des Stückes als auch für weiterführende Arbeiten mit der Klasse, vielseitiges Infomaterial für mindestens drei bis fünf Lektionen zur Verfügung.