Schülerin an interaktiver Tafel
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Tipps für die Tafel
Aktualisiert: 07.07.2026

Die interaktive Tafel im Unterricht

Das Potential interaktiver Tafeln für den Unterricht und ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten sind groß. Hängt so ein interaktives Whiteboard dann aber im eigenen Klassenzimmer, stellt sich die Frage, wie das gepriesene, aber doch abstrakte Potential, denn nun konkret für den Unterricht eingesetzt werden kann. Welche zusätzlichen Funktionen können die Vermittlung verbessern?
Bettina Kroker
Bettina Kroker
Online-Redakteurin
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Was ist eine interaktive Tafel – die Eckdaten in aller Kürze

Wer von einer interaktiven Tafel spricht, meint in der Regel eine der folgenden beiden Varianten:

Interaktives Whiteboard:

Ein interaktives Whiteboard ist eine weiße, elektronische Tafel, die mit einem Computer und einem Beamer verbunden ist. Der Beamer projiziert die Computeranwendungen auf die Tafel. Über Berührungen mit den Fingern oder speziellen Stiften können die angezeigten Inhalte bearbeitet und gesteuert werden. Interaktive Whiteboards hängen noch in vielen Klassenzimmern. Der heutige Stand der Technik, ist aber der interaktive Display:

Interaktiver Display/Monitor:

Interaktive Monitore sind digitale Tafeln mit Touch-Funktion. Sie funktionieren ähnlich wie ein Tablet im Großformat und kommen ohne Beamer aus. Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler können direkt auf dem Bildschirm schreiben, markieren, verschieben oder digitale Inhalte bearbeiten.

Durch hohe Helligkeitswerte und starke Kontraste bleibt das Bild auch bei Sonneneinstrahlung gut sichtbar und es gibt keinen Schattenwurf. Das lästige Neukalibrieren des Beamers entfällt, genauso die Kosten für PC, Beamer und Beamerlampen.

Wichtig: Die Entscheidung für ein Modell sollte, soweit möglich, einheitlich getroffen werden. Nichts ist verwirrender, als elektronische Whiteboards mit unterschiedlicher Technik in einer Schule.

Verschiedene Funktionsweisen sind dabei ein Problem. Gravierend wird es, wenn ein an ein abwischbares Modell gewöhnter Kollege mit seinem Tafelaufschrieb den interaktiven Monitor permanent beschriftet …

Weitere Informationen sowie die Möglichkeit einer individuellen Beratung finden Sie auf unserer Beratungsseite zum Thema Interaktivität

Interaktive Tafeln im Unterricht: Mehr als ein großer Bildschirm

Im Schulalltag werden digitale Tafeln häufig zunächst wie ein klassischer Beamer bzw. eine Kreidetafel genutzt – also zur Darstellung von Präsentationen oder Arbeitsmaterialien und als Schreibuntergrund.

Ihr eigentliches Potenzial entfalten sie jedoch erst durch ihre interaktiven Möglichkeiten: Inhalte können gemeinsam entwickelt, verändert und gesichert werden. Schülerinnen und Schüler lassen sich aktiv in den Unterricht einbeziehen, statt nur zuzusehen. Die konkrete Umsetzung hängt vom verwendeten System ab, ist aber in der Regel mit wenigen Schritten im Unterrichtsalltag möglich. Viele Funktionen lassen sich spontan während der Stunde einsetzen.

Die folgenden Beispiele zeigen typische Unterrichtssituationen, in denen Sie die Tafel direkt und ohne großen Vorbereitungsaufwand einsetzen können:

1. Einstieg: Vorwissen aktivieren und sammeln

Zu Beginn einer Stunde eignen sich interaktive Tafeln besonders, um Vorwissen sichtbar zu machen und die Klasse einzubeziehen.

Sie können z. B.:

  • Begriffe gemeinsam als Brainstorming sammeln und direkt sortieren
  • eine Mindmap entwickeln, die während der Stunde wächst
  • spontane Umfragen durchführen („Was wisst ihr schon über …?“)

‭→ Vorteil: Ergebnisse entstehen sichtbar im Plenum und können direkt weiterverwendet werden.

2. Erarbeitung: Inhalte gemeinsam entwickeln

Während der Erarbeitungsphase wird die Tafel zum gemeinsamen Arbeitsraum.

Mögliche Einsatzformen:

  • Bilder oder Modelle beschriften und analysieren (z. B. in Biologie oder Geografie)
  • Lösungswege in Mathematik Schritt für Schritt vergleichen
  • Schülerideen direkt ergänzen, verschieben oder ordnen

‭→ Vorteil: Denkprozesse werden sichtbar und können gemeinsam reflektiert werden.

3. Sicherung: Ergebnisse strukturieren und festhalten

Am Stundenende hilft die Tafel, Ergebnisse zu bündeln und zu sichern.

Zum Beispiel durch:

  • gemeinsame Ergebnisprotokolle direkt an der Tafel
  • das Festhalten zentraler Begriffe oder Regeln
  • das Speichern der Tafelbilder zur weiteren Nutzung

‭→ Vorteil: Ergebnisse gehen nicht verloren und können weiterbearbeitet werden.

4. Feedback & Aktivierung während der Stunde

Interaktive Tafeln ermöglichen kurze Rückmeldeschleifen im Unterricht.

Einsatzmöglichkeiten:

  • schnelle Abstimmungen oder QR-Code-Abfragen
  • Verständnischecks während einer Erklärung
  • spontane Meinungsbilder der Klasse

‭→ Vorteil: Lehrkräfte erkennen sofort, wo die Klasse steht.

5. Schülerprodukte sichtbar machen

Arbeitsergebnisse von Schülerinnen und Schülern können direkt eingebunden werden.

Beispiele:

  • Lösungen vom Tablet an die Tafel spiegeln
  • Gruppenarbeiten vergleichen und diskutieren
  • Ergebnisse als Ausgangspunkt für gemeinsame Reflexion nutzen

‭→ Vorteil: Schülerarbeiten werden Teil des Unterrichtsgesprächs.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick 

Hinter diesen Einsatzmöglichkeiten stehen verschiedene Funktionen der interaktiven Tafel, die klassische Unterrichtswerkzeuge in einem digitalen System bündeln. Die elektronische Tafel vereint dabei Funktionen, die bisher von mehreren Geräten erfüllt werden mussten:

1. Mehr als Schreiben: die Tafel als digitales Arbeitswerkzeug

Interaktive Tafeln können weiterhin ganz klassisch als Schreibfläche genutzt werden – nur eben erweitert:
    • Das interaktive Whiteboards und Displays können wie eine klassische Tafel handschriftlich beschrieben werden. 
    • Für den Tafelaufschrieb, Hervorhebungen oder Zeichnungen können unterschiedliche Farben gewählt werden.
    • Statt Lineal, Zirkel oder Geodreieck anzusetzen, stellen die Boards digitale Tools für diese Anwendungen zur Verfügung.
    • Auch der Tafelschwamm hat sein digitales Gegenstück.
    • Die bewährten Tafelhintergründe (leer, liniert, kariert, Notenlinien) können eingeblendet werden.

Zusätzlich dazu hält die interaktive Tafel weitere Funktionen bereit:

    • Der handschriftliche Aufschrieb kann unkompliziert in einen digitalen Text umgewandelt werden. Die Schrifterkennung schließt auch Zahlen und Formeln ein. Alternativ ist auch der Einsatz einer (angeschlossenen oder eingeblendeten) Tastatur möglich.
    • Es können andere Geräte wie Dokumentenkameras angeschlossen werden.
    • Bilder, Fotos, Videos, anklickbare Links und Audio-Dateien können integriert werden, ohne einen Bruch in der Unterrichtsstunde zu verursachen. Der Unterricht kann so dynamischer gestaltet werden.
    • Notizen können nachträglich geordnet, kopiert oder verschoben werden.
    • Dadurch sind Aufschriebe und Tafelbilder übersichtlicher.
    • Ein Vorteil, der auch beim Brainstorming oder Mindmapping zum Tragen kommt.
    • Tafelbilder können gespeichert
    • … und an Schülerinnen und Schüler weitergeleitet oder ausgedruckt werden.
Info

Die genannten Funktionen gehören zur Grundausstattung von interaktiven Tafeln. Mit spezieller Software und Arbeitsmaterialien für einzelne Fächer ist darüber hinaus noch viel mehr möglich. So können Sie z. B. Landkarten wahlweise als physische oder politische Karten anzeigen oder Daten wie Bevölkerungszahl, Namen von Städten oder Flüssen einblenden.

Lehrer arbeitet mit interaktiver Tafel

2. Beamerfunktion

Bei interaktiven Whiteboards bleibt der Beamer ein zentraler Bestandteil, während er bei den interaktiven Displays nicht mehr nötig ist. Seine Funktionen hat das Gerät natürlich weiterhin: 

    • Projektion von Computeranwendungen – allen voran natürlich das für Referate beliebte PowerPoint.
    • Anzeige von Internetseiten und Online-Inhalten
    • Wiedergabe von Bildern, Videos und Filmen
    • Die projizierten Computer- und Internetanwendungen können durch Anmerkungen oder Hervorhebungen ergänzt und gespeichert werden.

3. Interaktive Tafeln ersetzen Tageslichtprojektoren:

Viele Funktionen des früheren Tageslichtprojektors lassen sich heute direkt in der interaktiven Tafel abbilden:

    • Darstellung vorbereiteter Materialien.
    • Präsentation von Ergebnissen und Arbeiten, die in der Stunde erstellt wurden.
    • Ergänzen und Beschriften von Inhalten während der Stunde.
    • Lösen von Zuordnungsaufgaben von Bildern, Zahlen, Daten, Texten und Wörtern. Die Schülerinnen und Schüler können die „Puzzleteile“ einfach mit der Hand an die passende Stelle schieben.

Wenn Sie Ihre Folien einscannen, können Sie sie weiterhin nutzen.

Interaktive Tafel im Unterricht

Herausforderungen und Vorteile interaktiver Tafeln

Vor der Umstellung auf digitale Tafeln sollten folgende Punkte bedacht werden:

  • Schulungsbedarf: Die Nutzenden müssen in der technischen sowie methodisch-didaktischen Anwendung geschult werden.
  • Verfügbarkeit von Unterrichtsmaterialien: Die Auswahl an fertigen, qualitativ guten Unterrichtsmaterialien wächst stetig, ist aber je nach Fach unterschiedlich ausgeprägt. Hilfreich ist es, frühzeitig zu klären, welche Plattformen, Verlage oder schulinternen Sammlungen genutzt werden können.
  • Vorsicht vor zu lehrerzentriertem Unterricht: Durch die starke Steuerungsmöglichkeit kann die Tafel schnell in den Mittelpunkt des Unterrichts rücken. Wird sie jedoch bewusst eingesetzt, eignet sie sich auch sehr gut für offene Lernformen, Schülerbeteiligung und kooperative Arbeitsphasen.
  • Technische Probleme: Wie bei allen technischen Geräten können beim interaktiven Display  oder bei den drei Komponenten des interaktiven Whiteboards, Computer, Whiteboard-Touchscreen und Beamer bzw. deren Verbindung, Probleme auftreten.
  • Anschaffungs- und Folgekosten: Die Anschaffungskosten sind hoch (wobei bedacht werden muss, dass andere Geräte eingespart werden). Wie bei allen digitalen Geräten ist eine funktionierende Geräteverwaltung (Updates, Softwarestände) und IT-Support nötig.

Demgegenüber stehen gewichtige Vorteile der elektronischen Tafeln:

  • Multifunktionalität: Haben Sie sich erstmal eingearbeitet, steht Ihnen ein multifunktionales Unterrichtswerkzeug zur Verfügung, das neue, anschaulichere Möglichkeiten der Vermittlung eröffnet und eine Speicherung und Weitergabe der Arbeitsergebnisse an die Schülerinnen und Schüler erlaubt.
  • Flexibilität: So können Sie in Ihre Dokumente (z. B. Tafelbilder, PowerPoint-Präsentationen) unkompliziert abspielbare Videos, Audio-Dateien oder Links integrieren. So entstehen abwechslungsreiche und dynamische Unterrichtsphasen, ohne zwischen verschiedenen Geräten wechseln zu müssen.
  • Zeitersparnis: Der Faktor „Zeitersparnis“ tritt v. a. dann hinzu, wenn Sie im Umgang schon geübter sind und eine breite Basis an Unterrichtsentwürfen für das Board erarbeitet und gespeichert haben. Tafelbilder können im Unterricht direkt aufgerufen und weiterbearbeitet werden. Auch die Nachbereitung wird erleichtert, da Inhalte schnell wiederverwendet oder angepasst werden können.
  • Speichermöglichkeit: Außerdem können Sie durch die Speicherung von Tafelbildern gut an vergangene Unterrichtsstunden anknüpfen oder bereits Erarbeitetes kurz wiederholen. Die Schülerinnen und Schüler haben die Möglichkeit, die Tafelaufschriebe für die Nacharbeit oder Klausurvorbereitung zu nutzen.
  • Niedrige Einstiegshürde für Lernende: Schülerinnen und Schüler sind den Umgang mit Touchscreens aus ihrem Alltag gewohnt. Dadurch ist die technische Hürde meist gering und die Bedienung wird schnell als intuitiv und motivierend erlebt.

Neue Technik an der Wand: Schulungen und regelmäßige Weiterbildungen sind nötig

In unserem Beitrag konnten wir Ihnen nur die wichtigsten Funktionen vorstellen, die zur Grundausstattung der meisten Boards gehören. Darüber hinaus bieten die unterschiedlichen Modelle zahlreiche weitere Möglichkeiten.

Damit Sie dieses Potential aber auch ausschöpfen können, ist eine sachkundige Einweisung unbedingt nötig. Um auf einem aktuellen Stand zu bleiben und auch neue Kolleginnen und Kollegen in der Nutzung der interaktiven Tafeln zu schulen, sind darüber hinaus regelmäßige Fortbildungen wichtig.

Einen pädagogischen Nutzen entfaltet die interaktive Tafel in der Schule v. a. dann, wenn sie nicht die Hauptattraktion ist, sondern einfach als weiteres – überaus flexibles – Hilfsmittel genutzt wird. Zum Einsatz kann sie kommen, um der Vermittlung weitere Möglichkeiten zur Visualisierung einer dynamischen, multimedialen und motivierenden Gestaltung zur Seite zu stellen.

Tipp

Sie benötigen eine individuelle Beratung zu unseren Produkten oder möchten weitere Informationen zu interaktiven Tafeln? In unserem Ratgeber zum Thema "Digitale Schule" erhalten Sie weitere Infos und können uns kontaktieren.

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Wer schreibt hier?

Bettina Kroker
Online-Redakteurin
Seit 2014 arbeite ich bei Betzold in Ellwangen als Online-Redakteurin. Im Betzold-Blog möchte ich Lehrerinnen und Lehrern den ein oder anderen Tipp weitergeben, der den Schulalltag erleichtert und Zeit spart. Da ich stets auf der Suche nach neuen, interessanten Blog-Themen bin, freue ich mich immer über Ihre Anregungen: