Schülerinnen und Schüler arbeiten in Gruppe
DaZ
Fachunterricht: Deutsch
Veröffentlichung: 04.12.2025

Methoden für kreative und abwechslungsreiche Erarbeitungsphasen im DaZ-Unterricht

Abwechslungsreicher DaZ-Unterricht lebt von kreativen Methoden, die Lernen motivierend, spielerisch und sprachsensibel gestalten. In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen praxisnahe Ideen für Erarbeitungsphasen für schriftliche und mündliche Übungen sowie kooperative Sozialformen. Die vorgestellten Methoden lassen sich flexibel in den Unterricht integrieren.
Barbara Reisacher
Barbara Reisacher
Gastautorin

Als Lehrkraft sind wir einer ständigen Selbstreflexion und einem Prozess des Hinterfragens unterworfen. Vor allem aber machen wir uns eher im Nachgang Gedanken, wenn unsere Unterrichtspraxis „anders“ läuft, als wir uns das vorab, während der Planung, vorgestellt haben. Nun neigen wir oft dazu, im Internet Antworten auf ganz berechtigte Fragen wie „Warum ist die Klasse unkonzentriert?“, „Wieso stören Schülerinnen und Schüler meinen Unterricht?“ oder „Wann sind Schülerinnen und Schüler motiviert?“ bekommen zu wollen.

Beim Klick ins Internet wird aber relativ schnell klar, dass Unterrichtsplanung generell ein so komplexes und individuelles Konstrukt ist, dass es schier unmöglich scheint, zufriedenstellende Antworten und auch Lösungen auf Fragen wie diese zu erhalten.

Wenn man den Spieß allerdings umdreht und sich einmal Gedanken darüber macht, wie guter und motivierender Unterricht aussehen könnte, so spielt unter anderem die Methodenvielfalt   eine immer größere Rolle.          

Natürlich tendieren wir Lehrerinnen und Lehrer allmählich immer mehr dazu, unseren Unterricht nach gewohnten und bewährten Methoden und Mustern zu planen – das liegt darin, dass wir mit der Zeit unseren individuellen Unterrichtsstil entwickeln und festigen. Das gibt uns Lehrkräften Halt und eine Sicherheit im sowieso schon oft zu hektischen und vollbepackten Unterrichtsalltag.

Bei der heutigen Schülerschaft jedoch, die sich von Haus aus schon schwertut, sich länger auf eine Sache zu konzentrieren, kann eine Aneinanderreihung immer wiederkehrender Methoden und Abläufe monoton und langweilig werden. Mit ein bisschen Abwechslung und Vielfalt, kommt „frischer Wind“ ins Klassenzimmer und Unterricht macht allen Beteiligten wieder mehr Spaß. 

Dieser Beitrag konzentriert sich auf ein paar praxiserprobte kreative und abwechslungsreiche Methoden für Intensivierungs- bzw. Erarbeitungsphasen im DaZ-Unterricht und beschreibt sie näher.

Dabei rückt nicht nur der Aspekt des Schriftlichen in den Fokus, sondern auch Sprachspiele und Phasen des freien Sprechens, gepaart mit einem Mix an Sozialformen. Zudem muss an dieser Stelle gesagt werden, dass auch nicht jede Methode zu jedem Thema und zu jeder Unterrichtsstunde passt. Der Einsatz und die Wahl der Methode sind stark abhängig von den jeweiligen Unterrichtszielen.

1. Verinnerlichung des Gelernten durch die (klassische) Einzelarbeit

Mit klassischer Einzelarbeit ist nicht zwingend das monotone Abarbeiten eines Arbeitsblatts nach dem anderen gemeint, nein, Phasen der Einzelarbeit können durchaus vielseitiger und interessanter für unsere Sprachenlernerinnen und Sprachenlerner gestaltet werden. Die zahlreichen Möglichkeiten sind natürlich auf das Sprachniveau und das -level Ihrer Schülerinnen und Schüler anzupassen.

In der Praxis kann die Erarbeitung in Einzelarbeit so aussehen: 

  • Die Arbeit mit Legematerial

    Damit bieten Sie eine Möglichkeit, wie sich Ihre Schülerinnen und Schüler motiviert mit der deutschen Sprache auseinandersetzen. Es gibt sie in sämtlichen Formen – als Legekreis, Legestern oder auch als formloses „Legekonstrukt“.          
Legekreis
Legekreis (erstellt mit dem Worksheet Crafter)
  • Einzelarbeit mit Artikelhäusern/Artikeltabellen

    Fertigen Sie vom aktuellen Wortschatz Mini-Bildkarten an – diese sollen in die richtige Tabellenspalte (der, die, das) zugeordnet werden. Die Kontrolle kann durch entsprechend farbige Klebepunkte (blau, rot, grün) auf der Rückseite der Bildkarten stattfinden, oder aber durch einen kontrollierenden Blick in die Wörterlisten bzw. Karteikarten aus Ihrem DaZ-Unterricht. Die Tabelle kann man leicht selbst entwerfen oder Sie verwenden diese Vorlage: 
Variante

Sie können auch ein Wimmelbild (passend zur aktuellen Wortschatz-Thematik) bereitlegen, das von Ihren Schülerinnen und Schülern genau betrachtet wird. Alle ihnen bekannten Nomen sollen dann mit Folienstift in die richtige Spalte der Tabelle hineingeschrieben werden. Hierzu würde es sich anbieten, die Tabelle vorab zu laminieren.

  • Die Auseinandersetzung mit Themen mithilfe von Klammerkarten: 

    Klammerkarten eignen sich sehr gut für die Einzelarbeit. Es gibt sie für zahlreiche inhaltliche Themen (Artikelkarten, Anlautkarten, Silbenkarten, Wortschatzkarten usw.) und dank der Klebepunkte auf der Rückseite bieten sie eine gute Möglichkeit zur Selbstkontrolle.

    Auf spielerische und motivierende Weise können Ihre Schülerinnen und Schüler das aktuelle Thema/den aktuellen Wortschatz üben, indem sie eine Mini-Wäscheklammer zur ihrer Meinung nach richtigen Lösung klammern.

    Den größten „Aufwand“ haben Sie in der Herstellung der Klammerkarten. Diese müssen ausgedruckt, ausgeschnitten, abgeknickt, einlaminiert und wieder geschnitten werden. Wenn das Material jedoch einmal gebastelt wurde, profitieren Sie und Ihre Schülerinnen und Schüler wirklich lange davon.          
Klammerkarten DaZ/Freiarbeit
Klammerkarten

Beim Klick auf den folgenden Link gelangen Sie direkt zu den Mini-Klammerkarten „In der Schule“

Der Ideenreise-Blog bietet darüber hinaus enorm viel wunderbar gestaltetes und aufbereitetes Klammerkarten-Material zu den verschiedensten Themen an.

  • Spielerische Erarbeitung/Intensivierung mit Quizzerkarten

    Dieses Sortiermaterial ist absolut empfehlenswert, denn Ihre Klasse setzt sich mit verschiedenen DaZ-Thematiken auseinander und hat Spaß am Lernen. Durch ein am Rand abgedrucktes Lösungsmuster ist die Selbstkontrolle kinderleicht.  
  • Erarbeitungsphasen mit Memos und Dominos

    Bieten Sie Ihren Schülerinnen und Schülern Memos zum aktuellen Wortschatz oder als spielerische Wiederholung zum bereits erlernten Wortschatz an. Sie können beispielsweise das Memo als Bild-Bild-Variante anbieten – wurden die beiden identischen Bilder gefunden, soll das Wort (mit bestimmtem/unbestimmtem Artikel und der Pluralform) genannt oder aufgeschrieben werden. Es ist aber auch gut denkbar, ein Memo als Bild-Wort-Variante einzusetzen.

    Beim Domino-Spiel können zentrale Lernwörter aus den verschiedensten Themenfeldern spielerisch auf der Bild-Wort-Ebene geübt und intensiviert werden.
  • Falls es doch ein Arbeitsblatt sein soll …

    … dann achten Sie bitte darauf, dass Sie unterschiedliche Übungsformate zur Wiederholung, Einführung und/oder Intensivierung anbieten. Passend dazu gibt es einen Blog-Beitrag, der sich genau diese Thematik zum Inhalt gemacht hat: So machen schriftliche Wortschatzübungen Spaß.

    Sie erfahren dort, wie Sie Arbeitsblätter und Übungen so aufbereiten können, dass sie für Ihre Sprachenlernerinnen und Sprachenlerner nicht langweilig und monoton, sondern abwechslungsreich und spaßig sind.

2. Austausch über die Unterrichtsinhalte mit der Ich-Du -Wir-Methode

Vom didaktischen Konzept „Ich-Du-Wir“ kann in Erarbeitungsphasen besonders gut Gebrauch gemacht werden. In der Fachliteratur ist des Öfteren auch die Rede von „Think-Pair-Share“

Es geht dabei um ein kooperatives Modell, bei dem Ihre Schülerinnen und Schüler zunächst mit einem Thema, einer Aufgabe bzw. Frage konfrontiert werden, für das sie erst allein eine Antwort/Lösung/Herangehensweise finden sollen. In dieser Phase herrscht Ruhe im Klassenzimmer – so kann ein konzentriertes Arbeiten gewährleistet werden.

Im Anschluss daran tauscht sich die Schülerschaft mit ihren vorab zugeteilten Partnerinnen bzw. Partnern oder Nebensitzenden (Phase der Gesprächspaare) aus. Diese Phase ist enorm wichtig, da eine Kommunikation im „geschützten Raum“ ermöglicht wird. Viele unserer Sprachenlernerinnen und Sprachenlerner sind eher gehemmt davor, vor anderen/vor der Klasse zu sprechen, da die Angst vor möglichen Fehlern überwiegt.

In der letzten Phase, der „Wir-Phase“, werden die Ergebnisse bzw. Lösungen im Plenum (oder in Kleingruppen) präsentiert.    

     

3. Sicherung und Erweiterung der Lerninhalte durch die Arbeit am Wortspeicher

Ein Wortspeicher ist eine im Klassenzimmer visualisierte und fest verankerte Sammlung der aktuellen Wörter zu einem bestimmten Thema. Wortspeicher lassen sich für alle Unterrichtsfächer anlegen.

Die Einbindung und der Gebrauch von Wortspeichern bringen für Ihren Unterrichtsalltag zahlreiche Vorteile: Neben der Orientierung und Struktur, die unsere Schülerinnen und Schüler erfahren, geben Wortspeicher gleichermaßen eine gewisse Sicherheit beim Sprachenlernen (falls einmal die „Worte fehlen“ sollten). Zudem können durch Wortspeicher alle DaZ-Lernerinnen und DaZ-Lerner auf dem individuellen Sprachlevel „abgeholt“ werden, da Differenzierungsmaßnahmen vorgenommen werden können (bebildert, mit Symbolen versehen, die Anzahl der Wörter usw.). 

So kann mit einem Wortspeicher gearbeitet/erarbeitet werden:

  • In der Erarbeitungsphase kann der Speicher gemeinsam (auch mehrsprachig) erstellt werden. So können Sie mit Ihrer Klasse/Gruppe zusammen die Wort-Bild-Karten anbringen und das Wort auf den Muttersprachen Ihrer Kinder und Jugendlichen ergänzen (Mehrsprachigkeit als Gewinn) 
  • Zudem kann er um neue Wörter passend zum Thema erweitert werden, sodass damit gearbeitet werden kann. Zum Beispiel diktieren sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig Wörter, die Kontrolle kann durch einen Blick auf den Wortspeicher erfolgen.
  • Denkbar wäre auch eine mündliche Abfrage der Wörter bzw. der Artikel. 
  • Gleichermaßen wäre es möglich, dass Sie die Wörter abhängen und nur die Bilder hängen lassen. Die Schülerinnen und Schüler nennen (oder notieren) die Wörter mit dem richtigen Artikel, ordnen die Wörter nach dem ABC, konjugieren die Verben und steigern die Adjektive.   

Mit ein bisschen Kreativität kann mit dem Wortspeicher ziemlich lange und intensiv „ge- und erarbeitet“ werden.      

   

4. Mündlicher Austausch/mündliche Erarbeitung im Kugellager

Die Kugellager-Methode dient dem freien Sprechen und schult das aktive Zuhören.

Die Schülerinnen und Schüler verteilen sich im Klassenraum und bilden zwei Kreise – einen Kreis innen und einen Außenkreis. Es stehen sich also immer zwei Kinder gegenüber.

Beim ersten Durchgang wird die Phase der Kreisbildung vermutlich noch viel Zeit in Anspruch nehmen, je öfter man diese Methode allerdings durchführt, desto schneller bilden sich die Kreise. Es bedarf also einer Methoden-Einführung und -festigung im Klassenverband.

Nun geben Sie als Lehrperson ein Gesprächsthema/einen Impuls/eine Frage zum aktuellen Unterrichtsstoff vor, worüber sich die SuS mündlich austauschen.

Nach ein paar Minuten (die Dauer jeder Runde ist sehr individuell und von Lerngruppe zu Lerngruppe unterschiedlich – Sie kennen Ihre SuS am besten und entscheiden daher, wie lange eine Runde gehen soll) ertönt ein akustisches Signal und der Außenkreis „wandert“ eine Position im Uhrzeigersinn weiter. Nun geben Sie eine neue Frage/einen Impuls vor und der Gedankenaustausch geht nun in die nächste Runde. 

Achten Sie darauf, dass Ihre Fragen/Impulse so gestellt sind, dass Ihre Schülerinnen und Schüler diese beantworten können. Es ist gut denkbar, die Kugellager-Methode mit dem aktuellen Wortspeicher zu verknüpfen und diesen als Hilfestellung hinzuzuziehen, wenn die SuS Hilfe in ihren Gesprächsrunden benötigen sollten. 

5. Spielerische Phasen zur Förderung der Konzentration

Konzentrationsspiele kommen bei unseren Kindern und Jugendlichen immer gut an, da sie überhaupt nicht merken, dass sie etwas lernen, während sie sich konzentrieren. 

Spielerisch verpackte Einheiten zur Konzentrationsförderung sind auch gut als kleine „Energizer“ für Zwischendurch denkbar. 

In Ihrer Unterrichtspraxis könnten beispielsweise diese Übungen in Erarbeitungsphasen eingesetzt werden:           

  • Leseketten (Fokus: lesen, zuhören und beobachten)

    Jeder Lernende bekommt eine Aufgabenkarte.

    Diese ist mit zwei Informationen versehen: Oben auf der Karte steht eine Handlung, die der Schüler oder die Schülerin davor durchführt, und unten ist die Handlung, die gemacht werden soll, wenn man selbst an der Reihe ist.

    Wenn alle den Inhalt ihrer Karte verstanden haben, beginnt derjenige/diejenige mit der Startkarte und führt die erste Aufgabe aus. Der zweite Lernende schließt gleich daran an. So auch der dritte, vierte … so lange, bis alle ihre Aufgaben nacheinander erledigt haben. Ziel ist es, alle Handlungen fließend und ohne große Pausen aneinanderzureihen.

    Ihre DaZ-Lernerinnen und -lernen müssen dazu genau beobachten, zuhören und lesen – und zwar die Aufgabe des Vorgängers bzw. der Vorgängerin und die eigene Aufgabe.

    Tipp 1: Falls Sie sich unter Leseketten überhaupt gar nichts vorstellen können, bietet die Homepage „Wunderwelten Volksschule“ einen schönen Einblick in die Thematik. 
    Tipp 2: Auf eduki (z. B. von Frau Sonnenglück), Zaubereinmaleins.de (unter Lesespiele/Bildlesespiele) oder 4teachers.de finden Sie Leseketten zu allen möglichen DaZ-Themen, die Sie ausdrucken, laminieren und sofort in Ihrem Unterricht einsetzen können – eine Registrierung ist jedoch notwendig.
  • Merktraining (Fokus: Zuhören und Verschriftlichung von Lerninhalten)

    Sie bereiten schriftlich 10 Wörter vor, die Ihre Lernenden bereits kennen. Diese Auswahl an Wörtern wird von Ihnen langsam und mit Pausen (ohne Artikel) vorgelesen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich alle Wörter merken. Erst nachdem Sie das zehnte Wort ausgesprochen haben, dürfen die Kinder damit beginnen, die Wörter aufzuschreiben. Ob sie die Wörter in der gleichen Reihenfolge wissen müssen, oder ob das reine Erinnern an die Wörter ausreicht, entscheiden Sie selbst. 

    Die Lernenden sehen im Merken aller Wörter eine Herausforderung. Je öfter man dieses Konzentrationsspiel einsetzt, desto mehr Wörter können sich die Kinder merken. Anfangs sind das vielleicht 4 bis 5 Wörter, dann schaffen sie schon 7 bis 8 Wörter und wollen dann alle 10 erreichen. Erfahrungsgemäß werden unsere SuS vom Ehrgeiz gepackt, da sie Fortschritte bei sich selbst feststellen. 

    Tipp: Eine schrittweise Erhöhung des Schwierigkeitsgrades könnte hier so aussehen: 

    • Stufe 1: Sie suchen sich nur Nomen aus. 
      Im Anschluss an die Übung könnten die Artikel (bestimmte und unbestimmte) und Plural-Formen ergänzt werden. 
    • Stufe 2: Sie benutzen Nomen und Verben.
      Im Anschluss könnten alle Nomen in der gleichen Farbe und alle Verben in der gleichen Farbe markiert werden. 
      Nomen wieder mit Artikeln und dem Plural ergänzen. 
      Verben: konjugieren lassen        
    • Stufe 3: Sie verwenden Nomen, Verben und Adjektive.
      Im Anschluss könnten Sie Nomen, Verben und Adjektive farblich markieren lassen. 
      Nomen: unbestimmten/bestimmten Artikel und Plural dazuschreiben 
      Verben: konjugieren lassen 
      Adjektive: Steigerungen vornehmen (womöglich auch auf unregelmäßige Steigerungen eingehen und/oder Adjektive einbauen, die nicht steigerbar sind – das wäre aber schon eher etwas für die fortgeschrittenen Sprachenlernenden)       
  • Zahlen-Codes

    Das Alphabet ist eines der ersten Lerninhalte des DaZ-Unterrichts. Somit eignet sich diese Konzentrationseinheit für alle Lernerinnen und Lerner.

    Sie können die Regel in Sekundenschnelle erklären und an der Tafel visualisieren, denn A entspricht der Ziffer 1, B der Ziffer 2, C ist die dritte Ziffer usw. Das geht bis zur Zahl 26 – das wäre dann der Buchstabe Z.

    Und so geht es: Sie verpacken Wörter aus dem aktuellen Wortschatz als Zahlencodes, welche von den Schülerinnen und Schülern zu entschlüsseln sind.

    Tipp 1: Auch hier kann ohne großen Aufwand differenziert (und daran weitergearbeitet) werden:
      • Stufe 1: Sie bieten Ihren Kindern kurze Wörter zum Entschlüsseln an (die Artikel könnten daran anschließend in der Gruppe oder in Einzelarbeit ergänzt werden).
      • Stufe 2: Hier könnten Sie schon etwas längere Wörter einsetzen (und deren Bedeutung im Wörterbuch nachschlagen und den Artikel herausfinden lassen).
      • Stufe 3: Sie könnten schon Drei- oder Vierwortsätze versuchen (und z. B. das darin enthaltene Verb konjugieren lassen).
      • Stufe 4: Es wäre möglich, ganze Sätze in Form einer Botschaft oder eines Wunsches zu verschlüsseln (z. B. Ich wuensche dir eine schoene Pause


  • Tipp 2:
    Sie können diesen Energizer auch umkehren und den Schülerinnen und Schülern den Auftrag geben, Wörter/kleine Botschaften für die Mitschülerinnen und Mitschüler auf einem Blatt zu verschlüsseln, das Sie im Anschluss daran einsammeln. Anschließend könnten Sie pro Stunde ein oder zwei Zahlencodes Ihrer Schülerinnen und Schüler entschlüsseln lassen. Die Kinder freuen sich, wenn ihr Code in den Unterricht integriert wird.

  • Bingo (Fokus: zuhören und Verschriftlichung von Lerninhalten)

    Die Schülerinnen und Schüler zeichnen ein von Ihnen vorgegebenes Feld in ihr Übungsheft (das könnte 3x3 oder 4x4 Felder umfassen). Sie diktieren 9 bzw. 16 Wörter aus dem aktuellen Wortschatz ohne Artikel. Die Lernenden tragen diese Wörter mit Artikel in ein beliebiges Feld ein. 

    Sind alle Felder befüllt, werden die Artikel gemeinsam auf Richtigkeit geprüft – und wenn nötig verbessert. 

    Danach startet die eigentliche Bingo-Phase: Sie lesen die Wörter in einer beliebigen Reihenfolge langsam vor. Währenddessen streichen die Lernenden mit Bleistift die Wort-felder in ihrer Tabelle durch. Hat ein Kind 4 Felder nebeneinander, untereinander oder diagonal durchgestrichen, ruft es laut „BINGO“ und das Spiel ist beendet. Jedes Kind möchte als erstes „Bingo“ sagen.
  • Fehlerbilder (Fokus: Entdecken und freies Sprechen)

    Fehlerbilder sind so aufgebaut, dass ein Bild doppelt abgedruckt ist, jedoch in einem der beiden Bilder beispielsweise 10 Fehler eingebaut sind.

    Sie legen ein Fehlerbild unter die Dokumentenkamera und lassen Ihre Schülerinnen und Schüler zunächst die Fehler finden.

    Der wichtigere Teil dieser Konzentrationsübung kommt aber erst jetzt: Sie fordern die Lernenden auf, in ganzen Sätzen zu beschreiben, wo die Fehler sind bzw. welche Fehler sie entdeckt haben.

    Für Sprachanfängerinnen und -anfänger sind Fehlerbilder ungeeignet, denn auch wenn die Fehler gefunden wurden, so können die Lernenden nicht beschreiben, wo diese sind – das führt zu Frust und Sprechhemmungen.
  • Wimmelbilder (Fokus: Entdecken und freies Sprechen)

    In Wimmelbildern stecken viele kleine Details, die man erst bei genauerem Hinsehen entdeckt. Legen Sie ein Wimmelbild passend zum aktuellen Thema unter die Dokumentenkamera und stellen Sie zudem die Frage: „Was siehst du?“. Hilfreich ist es, die Frage an der Tafel zu visualisieren.    

    Achtung: Die Frage „Was siehst du?“ verlangt immer den Akkusativ. Daher sollen die Lernenden zunächst einzelne Wörter benennen (z. B. der Mann) und erst nach Behandlung des Akkusativs diesen gebrauchen (z. B. Ich sehe den Mann.). Sie können auch Fragen zum Bild stellen (z. B. Wie viele Hunde sind auf dem Bild?).

    Kostenlose Wimmelbilder finden Sie beispielsweise auf der Seite von Kölln

    Tipp

    Variation: Sie haben auch die Möglichkeit, Wimmelbilder einzusetzen, in denen bestimmte vorgegebene Gegenstände gefunden werden sollen. 

    Beispiele zum kostenlosen Download finden Sie auf der Homepage des Wiener Sprachförderzentrums.

    Falls Sie an weiteren Informationen zum Einsatz von Wimmelbildern im DaZ-Unterricht interessiert sind, schauen Sie in den Beitrag "Wimmelbilder im DaZ-Unterricht".

6. Kreative Auseinandersetzung mit dem Gelernten/Anfertigen von Lernhilfen

Das Anfertigen von Lernhilfen ist in zweierlei Hinsicht von Vorteil: Zum einen wird unseren Sprachenlernerinnen und Sprachenlernern Material in Form von Gedächtnisstützen auf direktem Wege an die Hand gegeben, und zum anderen werden Lerninhalte in den unterschiedlichsten Formen und Formaten so bearbeitet, dass unsere Schülerinnen und Schüler sie nachhaltiger durchdringen können, als durch das stupide Lernen von „müden“ Hefteinträgen.

Freilich lassen sich nicht alle Lerninhalte in Form von gebastelten Materialien erarbeiten und sichern, jedoch wäre es durchaus denkbar, dass wir in Phasen der Erarbeitung Merkhilfen wie diese anfertigen können: 

  • Lapbooks

    Ein Lapbook gleicht einer aufklappbaren Mappe, in welcher Inhalte zu einem bestimmten Thema zusammengesammelt und kreativ (in Form von Fächern, Minibüchern, Taschen, Drehscheiben usw.) dargestellt werden. 

    → Hier geht es zu einem wunderbar aufbereiteten Lapbook zum Thema „Deutschland“:   
  • Drehscheiben und Fächer zu verschiedensten Inhalten

    Bei der Herstellung von Drehscheiben bzw. Fächern, brauchen Sie nicht so viel Zeit einzuplanen, wie beispielsweise bei einem Lapbook. Eine Drehscheibe (und auch ein Fächer) kann für die verschiedensten Themen im DaZ-Unterricht angefertigt werden. Beim Blick ins Internet wird man sehr schnell fündig. Hier ein paar Beispiele aus der Praxis: 

    → Die Betreiberin des Blogs „Volksschul-Ideenbox“ stellt uns ihren Aufsatzhelfer zum kostenlosen Download zur Verfügung. 
    → Auf derselben Homepage finden Sie außerdem eine Drehscheibe zu den Wortfeldern zum kostenlosen Download. 
    → Das „Volksschul-Universum“ bietet einen wunderbar gestalteten Aufsatz-Fächer zum Download an. 
  • Das Quadrama

    Ein Quadrama sieht aus wie eine Pyramide, die auf allen vier Seiten hin geöffnet ist. Es würde sich gut anbieten, jede Seite für ein Unterthema oder einen Teilbereich eines großen Themas zu verwenden. Oft wird ein Quadrama beispielsweise für eine Buchpräsentation angefertigt oder aber auch im sprachsensiblen Fachunterricht (SU) im Bereich „Tiere“ oder „Die Jahreszeiten“. Im Grunde sind Sie völlig frei in der Gestaltung. Im Bereich DaZ wäre ein Quadrama beispielsweise für die Wortarten denkbar.         

    → Dieser Link führt Sie zu einer schön aufbereiteten Möglichkeit, wie ein „Jahreszeiten-Quadrama“ aussehen könnte.
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Wer schreibt hier?

Ich heiße Barbara Reisacher und bin Lehrerin an einer Mittelschule im schönen Bayern. Mein studiertes Hauptfach an der Universität Augsburg war Deutsch als Zweitsprache. Während meines Referendariats durfte ich erste Erfahrungen in einer Übergangsklasse sammeln und das theoretisch Gelernte in der Praxis anwenden. Im Moment bin ich Klassenleitung einer Deutschklasse und bereite parallel die SchülerInnen der 9. Klasse auf ihre Abschlussprüfung im Fach DaZ vor. In meiner täglichen Arbeit habe ich also sowohl mit Sprachanfängern, als auch mit fortgeschrittenen Sprachenlernern zu tun.